karl Holtz


Karl Holtz

Anlässlich seines 100sten Geburtstages am 14. Januar 1999, ehrte die Gemeinde Bergholz-Rehbrücke mit einer Ausstellung vom 14. Januar 1999 - 24. Januar 1999 den Grafiker und Maler Karl Holtz (14. Januar 1899, Berlin - 16. April 1978, Potsdam.) Die Ausstellung stand unter Schirmherrschaft des Ortsvereins, der während der Ausstellungseröffnung den Biographen des Künstlers Wolfgang U. Schütte und den Karikaturisten Harald Kretzschmar als ehemaligen Kollegen und Organisator von Holtz-Ausstellungen begrüßen konnte.

Über 45 Jahre war Karl Holtz Einwohner der Doppelgemeinde, verstarb am 18. 04. 1978 in Potsdam und wurde auf dem Friedhof in Bergholz beigesetzt. Eine Gedenkplatte vor dem Brunnen auf dem Markplatz erinnert seit 2000 an den bekannten Künstler und Mitbürger.

Karl Holtz´s künstlerische Laufbahn begann 1914 an der Kunstgewerbeschule Berlin bei Emil Orlik und Ludwig Sütterlin. Eine 1916 der "Berliner Volkszeitung" vorgelegte, die Ernährungssituation kennzeichnende, Karikatur gelangte zur Veröffentlichung und verschaffte ihm die ständige Mitarbeit im "Wieland" und den "Lustigen Blättern". Noch 1918 wird Karl Holtz zum Wehrdienst eingezogen und erlebt die letzten Monate des ersten Weltkrieges in Zabern und Straßburg.

Nach dem Krieg kann er seine Mitarbeit an linken Periodika ausweiten, illustriert für die Vereinigung internationaler Verlagsanstalten die Märchen von Hermynia Zur Mühlen und für den Carl Reissner Verlag die Schriften Hans Reimanns.

Die zwischen 1922 und 1929 entstandenen Eindrücke von Reisen durch Italien, Frankreich und Spanien weisen den Künstler als Vertreter der Neuen Sachlichkeit aus. Mit ihnen erreichte er den Zenit seines künstlerischen Ausdrucksvermögens. Den strengen und schnörkellosen Stil der Neuen Sachlichkeit überträgt Karl Holtz auch auf die Bereiche Buchillustration und Karikatur. Die Aussagen seiner Arbeiten in diesen Metiers erhalten zusätzliche Unterstützung durch die geschickte, bewusste und kompakte Gegenüberstellung von Schwarz und Weiß. Bis zum Ende seines Schaffens setzt er diese Stilmittel ein, die zu seinem Markenzeichen geworden sind.

Arbeitsverbot und Einsatz als Soldat bestimmen die Jahre zwischen 1934 und 1945.

Erste Arbeiten entstehen nach dem zweiten Weltkrieg ab Frühjahr 1946 für den "Ulenspiegel", denen in kurzer Zeit weitere für den "Eulenspiegel", "Neue Berliner Illustrierte", "Freie Welt" sowie regionale und überregionale Tageszeitungen folgten. Auch der schweizerische "Nebelspalter" druckte seine Karikaturen zur Weltpolitik. Einige von ihnen führten 1949 zur Anklage wegen antisowjetischer Agitation und Propaganda und zu 25jährigem Freiheitsentzug. Durch einen Gnadenerweis wird die Strafe auf 9 Jahre herabgesetzt. Ab 1958 nimmt Karl Holtz seine Arbeit als Karikaturist wieder auf.

Siegfried Jahn

Homepage Der Ortsverein Bergholz-Rehbrücke